Freifunk in Bad Münstereifel

 

Wir setzen uns in Kooperation mit der Stadt Bad Münstereifel für den Ausbau eines „freien WLAN-Netzwerks“ im Stadtgebiet ein. An verschiedenen Stellen, beispielsweise in Eschweiler, in Nöthen, im Rathaus und in der Werner-Biermann-Stadtbücherei, ist mittlerweile ein offenes WLAN mit dem Namen „Freifunk“ aufrufbar, wir wollen dieses aber noch flächendeckender machen und freuen uns daher über weitere Mitstreiter.


Bisherige Entwicklung

1. Rechtliche Situation

Zunächst mussten die rechtlichen Grundlagen geprüft werden. Dabei war das größte Problem die so genannte Störerhaftung, die mittlerweile zum Glück in Sommer dieses Jahres durch eine Änderung des Telemediengesetzes entschärft wurde. So schafft die Gesetzesänderung Rechtssicherheit für jeden WLAN-Betreiber, der seinen Kunden/Besuchern über einen Hotspot Zugang zum Internet anbieten möchte. Er setzt sich auch bei einem offenen WLAN nicht mehr dem Risiko aus, kostenpflichtig abgemahnt zu werden, falls ein Nutzer illegale Inhalte aus dem Internet abruft. Dabei muss er sein WLAN weder verschlüsseln, noch eine Vorschaltseite einrichten. Auch muss die Identität der Nutzer nicht überprüft werden. Geistiges Eigentum bleibt natürlich trotzdem weiterhin geschützt. Ein Rechteinhaber kann zum Beispiel verlangen, dass ein WLAN-Betreiber einzelne konkret benannte Internetseiten sperrt, wenn ein Nutzer über diese Seite bereits urheberrechtlich geschützte Inhalte illegal verbreitet hat und diese Rechtsverletzung nur über eine Sperrung abgestellt werden kann. Vor- und außergerichtliche Kosten dürfen dem WLAN-Betreiber dafür jedoch nicht in Rechnung gestellt werden.

2. Technische Umsetzung
Zur Klärung der technischen Umsetzung haben wir uns mit den Fachleuten des Vereins „roots at eifel e.V.“ in Verbindung gesetzt, die bereits die Freifunk-Initiativen in Euskirchen, Mechernich und Blankenheim begleitet und durchgeführt haben. Nach mehreren intensiven Gesprächen mit den Freifunkern und dem Vergleich derer Ideen mit denen von gewerblichen Anbietern, haben wir uns dazu entschlossen, auch in Bad Münstereifel auf die Technik von Freifunk zurück zu greifen. Dadurch ist dann in unserem Fall der WLAN-Betreiber der Verein „Freifunk Rheinland e.V.“, so dass der einzelne Bereitsteller gar nicht mehr von Rechteinhabern kontaktiert werden darf. Falls es also unwahrscheinlicher Weise mal zu einem Urheberrechtsstreit käme, würde das alles über den Verein laufen.

Freifunk Netze funktionieren auf einem so genannten „Mesh-Netz“. Das heißt, dass jeder an ein Netz angeschlossene Freifunk-Router einen „Knoten“ im Netzwerk bildet. Alle Knoten agieren dabei auch als Repeater, die die Daten untereinander weiter geben. Dadurch muss nicht mal jeder Router über eine Internetverbindung verfügen, um ein möglichst flächendeckendes Gesamtnetzwerk zu erreichen. Es ist es aber sinnvoll, dass möglichst viele Router ans Internet angeschlossen sind. Damit das „Meshen“ der Router untereinander möglich ist, muss der jeweilige Router mit der Freifunk-Firmware bespielt werden. Diese Software ist so konzipiert, dass sie vom jeweiligen Anwender komplett selbst konfiguriert werden kann.
Die vernetzten Router bilden in einem gewissen Radius ein freies WLAN (ohne Passwort) mit dem Namen „Freifunk“, über welches dann ohne Registrierung o.ä. der Zugriff aufs Internet möglich ist. Das interessante dabei ist, dass durch die einheitliche Software immer dasselbe WLAN-Netz geschaffen wird – egal ob in der Mutscheid, der Kernstadt oder in Arloff. So lange man sich also in einem der Sendebereiche befindet und sich bereits einmal mit dem Freifunk Netz verbunden hat, kann sich das Endgerät mit dem Internet verbinden.

3. Sicherheitsrisiko und/oder Geschwindigkeitsverlust
Durch das Bereitstellen eines Freifunk-Knoten entsteht kein Sicherheitsrisiko für das eigene WLAN-Netz. Das Freifunk Netz läuft durch den extra Router komplett eigenständig – verbunden nur durch ein LAN-Kabel – und man stellt nur einen gewissen Teil seiner eigenen Bandbreite zur Verfügung. Um wieviel Prozent der eigenen Bandbreite es sich dabei handelt, kann jeder Bereitsteller individuell entscheiden. Bei einer 80 MBit/s Leitung könnte der Nutzer beispielsweise 10 MBit/s für das Freifunk Netz freigeben. Es bleiben ihm dann konstant 70 MBit/s, zuzüglich zu den 10 MBit/s, wenn diese nicht gerade im Freifunk Netz genutzt werden.

Fallen Kosten durch Freifunk an?
Die Nutzung des Freifunk Netzes ist kostenlos!
Regelmäßige Kosten für Breitstellung eines Freifunk Knoten selbst fallen – außer Stromkosten von ca. 1-2 € im Monat – nicht an. Der Betrieb der notwendigen Infrastruktur im Hintergrund wird allein durch von der Ortsgruppe Freifunk Euskirchen eingeworbenen Spenden finanziert. Aus diesem Grund sind wir als Verein dort auch Fördermitglied geworden. Fixkosten entstehen vor allem durch die Anschaffung eines geeigneten Routers. Für Freifunk nutzbare Router fangen preislich grob ab 35 € an.

Warum sollte ich mitmachen?
Sie sind Gastronom oder Gewerbetreibender? Dann schaffen Sie so einfach und kostengünstig ein zusätzliches Angebot für Ihre Kunden.
Sie sind „normaler Bürger“? Dann tun Sie Ihren Mitmenschen einfach etwas Gutes. Denken Sie nur daran, wie angenehm es ist einen offenen WLAN-Zugang zu finden, wenn man gerade mal wieder keinen Empfang hat oder eigene Datenvolumen aufgebraucht ist.

Ich will mitmachen!
Sehr gerne! Wir unterstützen als stadtmarketingverein bad münstereifel aktiv den Aufbau des Netzwerks zusätzlich dadurch, dass wir 20 Router gekauft und mit der nötigen Software ausgerüstet haben. Diese stellen wir dann Mitgliedern unseres Vereins kostenlos zur Verfügung, wenn diese einen Knoten betreiben wollen. Dadurch müssen sich diejenigen nur um das Aufstellen und Anschließen des Routers kümmern.

Wer Mitglied ist (oder in dem Zuge werden will) und einen solchen Router haben möchte, meldet sich bitte bei der Stadtverwaltung Bad Münstereifel, Stefan Lippertz, über s.lippertz@bad-muenstereifel.de oder 02253 505122. Bei kleineren technischen Fragen können Sie sich an Herrn Esser (02253 505115 / u.esser@bad-muenstereifel.de) von der Stadtverwaltung und Freifunk Euskirchen (kontakt@ffeu.de) wenden. Bei größeren Fragen oder für technische Unterstützung bei der Einrichtung, können wir Ihnen Tec&Systems (022531829182 / info@tecandsystems.de) oder IT-HOOG (02253 939930 / info@IT-HOOG.com) empfehlen, die uns bei dem Prozess begleitet haben.

Wenn Sie kein Mitglied unseres Vereins sind aber einen Freifunk Knoten einrichten wollen, können Sie dies durchaus auch selber machen. Sie brauchen nur einen Router und müssen diesen mit der Freifunk Software bespielen. Diese ist frei im Netz verfügbar, beispielsweise hier: https://ffeu.de/ Technische Fragen zu dem Thema können Ihnen die Mitglieder von Freifunk Euskirchen beantworten. Diese bieten auch an, dass sie die Software für Interessenten installieren.

Wir freuen uns über möglichst viele Mitstreiter aus dem gesamten Stadtgebiet.